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Nexplore Interview Zusammenarbeit Swiss Climate

Vom ersten Fussabdruck zur strategischen Steuerung: Wie Nexplore CO₂-Management intern verankert

Wie wird aus einer ersten CO₂-Bilanz ein wirksames Steuerungsinstrument im Unternehmensalltag? In diesem Interview spreche ich, Jan Geissbühler, Consultant bei Swiss Climate, mit Eveline Gloor aus dem Solution Consulting und Nachhaltigkeitsbotschafterin von Nexplore darüber, wie das Unternehmen sein CO₂-Management Schritt für Schritt intern aufgebaut und strategisch verankert hat.

Motivation und Ausgangspunkt: Warum CO₂-Management bei Nexplore?

Jan Geissbühler: Was hat Nexplore dazu bewegt, sich früh und intensiv mit dem Thema CO₂-Management auseinanderzusetzen und eine CO₂-Bilanz zu erstellen?

Eveline Gloor: Wir wollten unseren Kund:innen, Partner:innen und natürlich auch den Nexplore-Mitarbeitenden von Anfang an zeigen, dass Nachhaltigkeit tief in unserer Unternehmenskultur verankert ist. Deshalb haben wir uns als ersten Schritt für die Einführung der ISO-14001-Zertifizierung entschieden. Um sicherzustellen, dass unsere Massnahmen dort ansetzen, wo sie den grössten Effekt haben, haben wir mit dem Bilanzjahr 2022 unsere erste CO₂-Bilanz erstellt. Inzwischen arbeiten wir bereits an der dritten Bilanz, und die Vorbereitungen für das nächste Bilanzierungsjahr laufen schon wieder an.

Besonders spannend ist zu beobachten, wie sich unser Unternehmenswachstum und der Bezug neuer Büroräumlichkeiten auf unsere Emissionen auswirken. Seit diesem Jahr veröffentlichen wir zudem einen Nachhaltigkeitsbericht auf unserer Website, um transparent über unsere Fortschritte zu berichten. Die ISO 14001 soll dabei nicht der einzige Beweis für unser Engagement bleiben: Als nächsten grossen Schritt streben wir ein SBTi-Commitment an.

 

Von externer Begleitung zu interner Verantwortung

Jan Geissbühler: Ihr habt die CO₂-Bilanzierung zunehmend selbst in die Hand genommen. Wie ist der Übergang von externer Begleitung zu interner Verantwortung gelungen?

Eveline Gloor: Der Übergang ist sehr gut verlaufen. Ich habe die Möglichkeit genutzt, bei Swiss Climate die Ausbildung zur Professional CO₂-Managerin zu absolvieren. Dadurch konnte ich mir rasch eine fundierte fachliche Basis aufbauen und vor allem auch die Motivation entwickeln, die Bilanzierung selbst zu übernehmen. Swiss Climate hat mich und Nexplore in dieser Phase weiterhin eng begleitet und kompetent beraten. Diese Kombination aus Eigenverantwortung und punktueller Unterstützung war für uns ideal.

 

Methodische und organisatorische Herausforderungen der CO₂-Bilanzierung

Jan Geissbühler: Welche Herausforderungen habt ihr auf diesem Weg gemeistert? Methodisch, organisatorisch oder kulturell?

Eveline Gloor: Als IT-Dienstleisterin haben wir hohe Anforderungen an unsere Applikationslandschaft. Uns war wichtig, mit einem einfachen und praktikablen Instrument zu arbeiten. Um die Grundlagen der Bilanzierung sauber zu erlernen und die Anforderungen des GHG Protocol hinsichtlich Korrektheit und Transparenz einzuhalten, haben wir uns zunächst ganz bewusst für das klassische Excel-Sheet entschieden. 

Für unsere aktuellen Bedürfnisse funktioniert das sehr gut. Perspektivisch ist es aber durchaus denkbar, auf ein spezialisiertes Tool umzusteigen. Eine weitere zentrale Herausforderung – und gleichzeitig ein grosser Fortschritt – war die Erweiterung unseres Bilanz-Scopes. Zwischen den Bilanzjahren 2023 und 2024 haben wir unseren Kontenplan systematisch als Grundlage genutzt und genau definiert, welche Positionen in die Bilanzierung einfliessen. Dadurch konnten wir insbesondere unseren Scope 3 deutlich erweitern, was für unsere Branche absolut typisch und notwendig ist. 

 

Holakratie als Enabler für Nachhaltigkeit

Jan Geissbühler: Nexplore arbeitet nach dem Prinzip der Holakratie. Welche Rolle hat diese Organisationsform im CO₂-Management gespielt?

Eveline Gloor: Unsere selbstorganisierte Struktur bietet viel Raum für Neues und für Veränderungen und das war ein grosser Vorteil. Im Zuge des Aufbaus unseres Umweltmanagementsystems wurde zunächst die Rolle «Nachhaltigkeitsmanager» geschaffen. Relativ schnell haben wir jedoch gemerkt, dass es mehr braucht: Menschen, die sich aktiv um Sensibilisierung, Kommunikation und den Austausch mit den Nexplore-Mitarbeitenden kümmern. So entstand die Rolle der «Nachhaltigkeitsbotschafter:innen», die sehr schnell auf grosses Interesse stiess. 

Auch bei der Datensammlung für die CO₂-Bilanz profitieren wir enorm von unserer Organisationsform. Unterstützung und Hilfsbereitschaft sind bei uns selbstverständlich und ich komme bei anderen Rollen rasch an die benötigten Informationen. Das macht den Prozess deutlich effizienter und schneller. Ganz nach unserem Motto: «zäme fägts».

 

Wirkung und Veränderung: Nachhaltigkeit als Teil des Selbstverständnisses

Jan Geissbühler: Wenn du auf den bisherigen Weg zurückblickst: Was hat sich bei Nexplore im Denken, Handeln, vielleicht sogar im Selbstverständnis verändert?

Eveline Gloor: Im Umweltmanagement ist bei uns definitiv ein höherer Reifegrad erreicht worden. Das zeigt sich unter anderem daran, dass wir nach der Veröffentlichung unserer CO₂-Bilanz direkt Rückmeldungen, Ideen und konkrete Vorschläge zur Emissionsreduktion aus dem Unternehmen erhalten. Das ist wirklich grossartig. Gleichzeitig stärkt uns dieses Engagement auch nach aussen: Bei öffentlichen Ausschreibungen können wir die geforderten Nachhaltigkeitskriterien heute sehr gut erfüllen. Wichtig ist uns dabei, Nachhaltigkeit ganzheitlich zu denken. Neben ökologischen Aspekten berücksichtigen wir immer auch soziale und ökonomische Dimensionen. Dieser Ansatz ist mittlerweile fest in unserem Selbstverständnis verankert. 

Die professionelle Begleitung beim Aufbau unseres CO₂-Managements, von der ersten Bilanz bis zur Ausbildung zum Professional CO₂-Manager, war ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wir schätzen die kompetente Unterstützung und Beratung sehr, um unsere ambitionierten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Danke, dass ihr uns als Partner auf diesem Weg zur Seite steht.

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Ihr Autor

Swiss Climate Team 700x650 Jan Geissbuehler
Jan Geissbühler Consultant +41 31 343 03 59 E-Mail LinkedIn