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Gemeinsam mit dem Kanton Luzern entwickelte Swiss Climate das Ressourcen- und Umweltmanagement Luzern (RUM-LU) als strategisches Fundament für die Dekarbonisierung der gesamten Kantonsverwaltung.
Eine kantonale Verwaltung umfasst zahlreiche Dienststellen, hunderte Gebäude, eine Fahrzeugflotte, unterschiedliche Beschaffungsprozesse und tausende Mitarbeitende. Entsprechend komplex sind Datenerhebung, Bilanzierung und Governance.
Die zentrale Herausforderung bestand darin,
ein dauerhaftes Monitoring- und Steuerungssystem zu etablieren.
1. Aufbau einer systematischen THG-Bilanz
Gemeinsam mit den beteiligten Dienststellen wurden Systemgrenzen definiert, Datenquellen zusammengeführt und erstmals eine umfassende Treibhausgas- und Energiebilanz für die kantonale Verwaltung erstellt. Dabei wurden sowohl direkte (Scope 1) als auch indirekte (Scope 2) Emissionen sowie wesentliche vor- und nachgelagerte (Scope 3) Emissionen berücksichtigt.
2. Identifikation der Hebel
Die Analyse zeigte klar auf, wo die grössten Handlungsfelder liegen:
der Gesamtemissionen (alle Scopes)
Diese Transparenz ermöglichte eine gezielte Priorisierung der Massnahmen.
3. Entwicklung einer Netto-Null-Roadmap
Für sämtliche Aktionsfelder wurden konkrete Stossrichtungen, Verantwortlichkeiten und Umsetzungszeiträume definiert. Gleichzeitig wurde ein Absenkpfad bis 2040 entwickelt, welcher die Zielerreichung messbar macht.
4. Verankerung in der Organisation
Neben den fachlichen Grundlagen wird eine Governance-Struktur mit Steuerungsgruppe, Geschäftsstelle, Koordinationsgruppe und jährlichem Monitoring etabliert.
Erstmals vollständige Transparenz
Die kantonale Verwaltung verfügt heute erstmals über eine konsolidierte Treibhausgasbilanz.
Für das Bilanzjahr 2023 wurden rund 23'600 Tonnen CO₂-Äquivalente erfasst und systematisch nach Emissionsquellen ausgewertet (rückwirkende Anpassungen aufgrund verbesserter Datengrundlage möglich).
Klare Prioritäten statt Einzelmassnahmen
Durch die Analyse konnten die emissionstreibenden Bereiche identifiziert bzw. bestätigt und in ein strukturiertes Aktionsprogramm überführt werden. Dabei wurden über alle relevanten Bereiche hinweg konkrete Massnahmen definiert, von der Gebäudeinfrastruktur über Mobilität bis zur nachhaltigen Beschaffung.
Steuerbarkeit der Klimaziele
Mit dem Ressourcen- und Umweltmanagement verfügt der Kanton Luzern über ein System, das nicht nur bilanziert, sondern die Zielerreichung jährlich überprüft und die Weiterentwicklung der Massnahmen ermöglicht. Ein systematisches Monitoring und Datenmanagement bilden die Grundlage für faktenbasierte Entscheidungen.
Der entwickelte Ansatz ist auf andere Kantone übertragbar:
So entstehen belastbare Entscheidungsgrundlagen für Politik und Verwaltung und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine wirksame Umsetzung der Klimastrategie.
«Mit dem Ressourcen- und Umweltmanagement haben wir erstmals eine fundierte Treibhausgasbilanz der kantonalen Verwaltung Luzern erhalten. Gemeinsam mit Swiss Climate konnten wir die wesentlichen Emissionstreiber identifizieren, klare Prioritäten für unsere Klimaschutzmassnahmen setzen und ein Steuerungssystem aufbauen, das die Fortschritte der Verwaltung auf dem Weg zu Netto-null-2040 sichtbar macht.»
Ronja Bohnenblust, Bereich Politik und Strategie, Klima, Kanton Luzern
Link zum Ressourcen- und Umweltmanagement des Kanton Luzern
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