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Nachhaltigkeit fundiert steuern: Im Interview mit Albert Thommen, Bereichsleiter Services bei der Regiobank Solothurn AG

Wie gelingt es einer regional verankerten Bank, Nachhaltigkeit nicht nur zu kommunizieren, sondern fundiert zu steuern? Die Regiobank Solothurn AG hat sich mit der systematischen Erfassung ihrer CO₂-Emissionen auseinandergesetzt und ihr Klimamanagement gezielt weiterentwickelt. Im Gespräch gibt Albert Thommen, Bereichsleiter Services, Einblicke in die Beweggründe, zentralen Herausforderungen und die Erkenntnisse aus diesem Prozess. 

Was hat die Regiobank ursprünglich dazu bewegt, sich intensiver mit dem Thema CO₂-Management auseinanderzusetzen und eine CO2-Bilanz aufzusetzen? 

Auslöser war unser Anspruch, Nachhaltigkeit fundiert und nachvollziehbar zu steuern. Als regional verankerte Bank wollten wir mehr Transparenz schaffen und die Aussagen in unserem Nachhaltigkeitsbericht mit belastbaren Daten hinterlegen. Die CO₂-Bilanz hilft uns, Emissionen systematisch zu erfassen, Entwicklungen messbar zu machen und gezielt Handlungsfelder mit der grössten Wirkung zu identifizieren. Damit schaffen wir die Grundlage für konkrete und wirksame Reduktionsmassnahmen. 

Welche konkreten Herausforderungen haben Sie dabei gemeistert? Sei es methodisch, organisatorisch oder kulturell? 

Herausfordernd war vor allem die Datenlage: Informationen waren verteilt und mussten konsolidiert werden. Weiter galt es, Systemgrenzen und zentrale Annahmen sauber zu definieren sowie klare Zuständigkeiten zu schaffen. Wichtig war zudem, die Datenerhebung pragmatisch und alltagstauglich aufzusetzen. Kulturell stand im Vordergrund, eine Haltung der kontinuierlichen Verbesserung zu verankern – statt bereits im ersten Jahr Perfektion zu erwarten. 

Inwiefern konnte Swiss Climate unterstützen? 

Swiss Climate hat uns mit einem strukturierten Vorgehen durch den gesamten Prozess begleitet – von der Abgrenzung über Datenerhebung und Plausibilisierung bis zur verständlichen Aufbereitung der Resultate. Zudem profitierten wir von ihrer Erfahrung aus anderen Projekten und erhielten wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung unseres CO2-Managements. 

Wenn Sie auf den bisherigen Weg zurückblicken: Was hat sich verändert? Im Denken, im Handeln, vielleicht sogar im Selbstverständnis der Regiobank? 

Rückblickend hat sich unser Umgang mit Nachhaltigkeit spürbar professionalisiert: Wir arbeiten heute datenbasierter, mit klareren Zuständigkeiten und mehr Verbindlichkeit. Die CO2-Bilanz schafft Transparenz und eine gemeinsame Grundlage für Entscheidungen. Zudem bestärkt sie uns darin, das Thema kontinuierlich weiterzuentwickeln. 

Welchen Entwicklungen sehen Sie in der Finanzbranche entgegen und wie wirken sich diese auf das Nachhaltigkeitsengagement der Regiobank aus? 

Wir treiben Nachhaltigkeit in erster Linie aus Überzeugung und Verantwortungsbewusstsein voran – nicht, weil wir müssen. Gleichzeitig erwarten wir in der Finanzbranche weitere regulatorische Vorgaben, auch wenn heute noch nicht abschliessend klar ist, in welchem Umfang diese für Regionalbanken gelten werden. Deshalb bauen wir unsere Grundlagen und Prozesse Schritt für Schritt weiter aus, um handlungsfähig und glaubwürdig zu bleiben. 

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Swiss Climate Team 700x650 Jan Geissbuehler
Jan Geissbühler Consultant +41 31 343 03 59 E-Mail LinkedIn